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Remote Video Editing Workflow – Wie geht es richtig?

Anfang 2020 erschütterte COVID-19 die Welt, und damit auch die Film- und Fernseh-Branche.

Von heute auf morgen mussten Kontakte auf ein Minimum reduziert und der Schnittplatz ins Homeoffice verlegt werden. Videoproduktionen waren gezwungen ihren Workflow an die neue Situation anzupassen. Auch wir mussten nach neuen Lösungen suchen.


Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass es möglich ist, auch große Projekte dezentralisiert und erfolgreich umzusetzen. Wir haben eine kleine Übersicht zusammengestellt, welche Möglichkeiten es dabei gibt und für welche Projekte sie geeignet sind.



1. Externe Speichermedien

Diese Methode wird den meisten Videoeditoren bekannt sein, da externe Speichermedien zu unserem Arbeitsalltag gehören. Der Workflow ist denkbar einfach: Man verbindet das Speichermedium mit dem Computer und kopiert die Dateien, die man für sein Projekt benötigt.

Zu beachten ist hier die Formatierung des Mediums, damit auch der Rechner im Homeoffice problemlos auf das Medium zugreifen kann.


Diese Art zu arbeiten kommt zwar komplett ohne Drittanbieter-Services auskommt, setzt jedoch einen ausreichend leistungsfähigen Rechner im Homeoffice voraus.


2. Bereitstellung der Daten über das Internet

Wer die Video-Daten für ein Schnittprojekt über das Internet bereitstellen möchte, sollte sich vorher vergewissern, dass beim Editor eine ausreichend schnelle Internetverbindung vorhanden ist. Sonst könnten lange oder fehlgeschlagene Downloads zu Verzögerungen im Projektablauf führen.


Da man bei Video-Daten schnell in einen mehrstelligen GB Bereich kommt, muss hier meist auf kostenpflichtige File-Sharing-Optionen zurückgegriffen werden. Wie bei der ersten Option ist auch hier ein geeigneter Schnittrechner im Homeoffice die Voraussetzung, dafür fällt aber der Transport des Speichermediums weg.


3. VPN

Bildquelle: https://administrator.de/forum/site-to-site-vpn-homeoffice-606560.html


Virtual Private Network ermöglicht eine verschlüsselte, zielgerichtete Datenübertragung über das Internet und ist die wohl verbreitetste Möglichkeit, um von Zuhause aus Zugang zum Firmennetzwerk zu erlangen.


Während bei Anwendungen, die mit Text-, Bild- oder anderen Dateien arbeiten, die Bandbreite der Verbindung keine besonders große Rolle spielt, ist das beim Arbeiten mit Videodateien ganz anders. Da der Editor ständig am Vor- und Zurückspulen, Starten, Anhalten und Verschieben der Videodateien ist, spielt hier die Geschwindigkeit der Internetverbindung eine entscheidende Rolle.


Wer seine Videodateien auf dem Firmenserver lagert und VPN für seinen Remote Editing Workflow nutzt, muss notwendigerweise auf Proxys in einem möglichst leichten Codec zurückgreifen. Nur so kann ein flüssiger Workflow beim Schneiden gewährleistet werden.


Wie bei Option 1 und 2 ist hier ein geeigneter Rechner das A und O.


4. TeamViewer

TeamViewer ist eine Software für den Fernzugriff auf sowie die Fernsteuerung von Computern.

Durch TeamViewer lässt sich der Arbeitsrechner bequem von Zuhause aus steuern, als stünde er direkt neben dem heimischen Schreibtisch.


Wer einfache Datei-Transfers oder ähnliche Tasks im Homeoffice erledigen will, ist mit dieser Lösung gut beraten. Für Video-Editing hingegen, ist TeamViewer leider weniger geeignet, da man hier mit spürbaren Verzögerungen, geringen Framerates sowie schlechter Bildqualität zu kämpfen hat.


5. Remote Editing Software

Auf speziell für diesen Einsatz entwickelte Software zurückzugreifen, ist wohl mit Abstand die effektivste, wenn auch kostspieligste Variante. Durch Remote Editing Software wird es möglich, 4k Material in bis zu 60FPS flüssig am Home-PC zu schneiden.


Auch hier sollte jedoch das Setup zu Hause genau unter die Lupe genommen werden.

Wenngleich sich hier Bild und Ton flüssig in der Schnitt-Software abspielen lassen, ist es wichtig, dass Bildschirm und Lautsprecher am Arbeitsplatz eine fehlerlose und genaue Wiedergabe gewährleisten.


Hier ein Vergleich von TeamViewer und der Remote-Editing-Software des Anbieters Elements:


Fazit

Wenn es um Remote Video Editing geht, gibt es nicht den einen Workflow, der für jedes Projekt der Richtige ist. Abhängig von Format, Größe und Timing des Projekts funktioniert eine Option besser als die andere.

Sicher ist aber, dass Remote Editing auch in Zukunft ein fester Bestandteil der Branche sein wird. Spätestens COVID-19 hat gezeigt, dass Workflows dieser Art im Arbeitsalltag funktionieren, wenn die richtigen Vorraussetzungen erfüllt werden.